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B.i.Z. - Bildung ist Zukunft

Zukunft für Kinder in Argentinien

Unsere Partnerpfarre Espíritu Santo

Seit 2002 besteht zwischen der Pfarre St. Elisabeth in Graz-Webling (gemeinsam den Pfarren St. Anna in Graz-Gösting und St. Jakob in Thal bei Graz) eine Partnerschaft mit der argentinischen Pfarre Espíritu Santo in Santiago del Estero.
Diese Partnerschaft ist für das Pfarrleben eine große Bereicherung: Einige Grazer hatten bisher das Glück die Gastfreundschaft in Santiago genießen zu dürfen und kehrten reich beschenkt und zum Teil mit neuer Lebenseinstellung wieder zurück.
Die Herzlichkeit der Menschen in Santiago ist überwältigend und ansteckend - trotz einer überwältigenden Armut! Bei einer Arbeitslosigkeit in der gleichnamigen Provinz Santiago del Estero von geschätzten 80% (offizielle Zahlen existieren nicht) und ohne die für uns gewöhnlichen Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Sozialversicherung für alle, ...) haben wir bei den Menschen unserer Partnerpfarre unschätzbar große Herzenswärme erleben können und für uns beschämende Gastreundschaft (auch wenn wir fast nichts zu essen haben - du, lieber Gast aus dem reichen Österreich - bekommst alles! Und komme ja nicht auf die Idee eine Gegenleistung anzubieten - das beleidigt unseren Stolz!).

Die Beziehung unserer Gemeinden war immer von zwei Faktoren stark geprägt: Der persönliche Austausch durch Reisen nach Argentinien bzw. nach Österreich (siehe "Fotos") und konkrete Projekte der Pfarre haben uns zusammenwachsen lassen.
Informationen zu den Projekten finden Sie in den jeweiligen Unterseiten: Der Kindergarten, die Schule, die Kinderausspeisungsstellen ("Comedores") und zahlreiche weitere Projekte, die von verschiedenen Gruppen aus Graz auch finanziell unterstützt werden. Aktuell begleiten wir vor allem das Selbstbesteuerungsprojekt "B.I.Z. - Zukunft für Kinder in Argentinien", das als Patenschaftsaktion für Kinder aus den ärmsten Familien eine hochwertige Schulausbildung in der pfarreigenen Schule ermöglicht (siehe "Patenschaft").

Die Fakten:

Staat: Argentinien, ca. 41.000.000 Einwohnerinnen und Einwohner
Provinz: Santiago del Estero, ca. 900.000 Einwohnerinnen und Einwohner, davon ca. 430.000 unter 25 Jahren und ca. 65.000 über 65 Jahren
Stadt: Santiago del Estero, ca. 250.000 Einwohnerinnen und Einwohner
Pfarre: Espíritu Santo, ca. 35.000 Einwohnerinnen und Einwohner

Espíritu Santo liegt im Randbezirk Ejercito Argentino der Provinzhauptstadt Santiago del Estero

Espíritu Santo Ein paar Worte zur jüngeren Geschichte der gleichnamigen Provinz und ihrer Hauptstadt: Die Stadt ist in etwa gleich groß wie Graz (ca. 250.000 Einwohnerinnen und Einwohner), beherbergt zahlreiche Schulen, 2 Universitäten, die Provinzverwaltung und einen für die Provinz ausgeprägten Handel (es gibt eine richtige Einkaufsstraße, auffallend viel Gastronomie und eine große Markthalle) - auch kulturell tut sich einiges in der Stadt, eher auf Kleinbühnen und sehr sozialkritisch motiviert. Die Stadt scheint umgeben von Buschland und Müllhalden. Es gibt bis auf die vorhin genannten Einrichtungen keine Arbeitsplätze in der Stadt: Es existiert in Santiago del Estero seit den 1970-er Jahren keine Industrie mehr. Die Ruinen zahlreicher Fabriken erinnern noch an bessere Zeiten in dieser Stadt: Von US-amerikanischen Spekulanten aufgekauft und zugrunde gerichtet ließ die untergehende Industrie die gesamte Provinz in eine tiefe Depression versinken. Den jeweiligen Machthabern gelang es nur, den versprochenen Aufschwung in den jeweils eigenen Familien spürbar werden zu lassen, die Bevölkerung selbst versank in diesen Jahren in immer tiefere Ausweglosigkeit. Wer immer es sich leisten konnte - und nicht zur politischen Elite zu zählen war - zog weg. Dies trifft nach wie vor leider besonders auch auf die Absolventinnen und Absolventen der Universitäten der Stadt zu: Eine öffentliche Uni und eine katholische Privatuniversität bringen zwar viele junge Menschen in die Stadt, die dann aber nach Studienabschluss gleich wieder weggehen.

Eine leichte Aufwärtsbewegung scheint aus unserer Perspektive aber doch einzusetzen: Seit 2007 gibt es einen internationalen Flughafen, im November 2008 wurde der moderne Busbahnhof "Nestor Carlos Kirchner" in Betrieb genommen, seit 2009 gibt es eine Art staatliche Notstandshilfe (in ganz Argentinien), seit 2007 staatlich regulierte Lehrergehälter. Auch die derzeitige Provinzregierung scheint nicht mehr ganz so korrupt und unfähig zu sein, wie die Vorgängerregierungen. Zumindest werden nicht-staatliche Initiativen jetzt in ihrer Arbeit nicht mehr so offensiv behindert, wie dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Von Unterstützung der „Movimiento Campesino“ (Landlosenbewegung) beispielsweise kann auch jetzt noch keine Rede sein.

Santiago ist multikulturell geprägt - auch ein Zeichen für die damalige reiche Industrie, die Menschen aus aller Welt anziehen konnte. Dies spiegelt sich auch in der Pfarrbevölkerung wieder. Unsere Partnerpfarre hat ca. 35.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Pfarrverband mit der Pfarrgemeinde San José. Pfarrer ist Padre Dario Ancuna, er wird seit 2009 unterstützt von einem weiteren Priester.

Espíritu Santo ist eine Vorzeigepfarre für die "Theologie der Befreiung" in Argentinien:
Das Leben der Pfarrgemeinde wird getragen von sogenannten "Comunidades" (Basisgemeinden), die jeweils ungefähr einen Wohnblock umfassen. Diese ca. 50 Basisgemeinden sind zusammengefasst in die sogenannten "Gran Comunidades", die aber eher eine reine Verwaltungseinheit darstellen.
In den Basisgemeinden treffen sich die Mitglieder wöchentlich, um sich auf die Schrifttexte des jeweils kommenden Sonntags vorzubereiten. Unter der Leitung von "Katechetinnen" und "Katecheten" diskutieren die Menschen dann, was die Bibelworte für das Leben der Menschen in Santiago del Estero bedeuten und was jede und jeder Einzelne zur Verwirklichung des Wortes Gottes beitragen kann. Diese Diskussion ist eingebettet in einen Wortgottesdienst. Im Anschluss gibt es jeweils immer eine Agape und meistens Musik und Tanz. Die Gemeinde ist jeweils immer bei einer anderen Familie zu Gast. Auch die Sakramentenvorbereitung findet in den Basisgemeinden statt, wenn auch meist in den größeren Einheiten ("Gran Comunidades") zusammengefasst. Diese "Groß-Gemeinschaften" verfügen jeweils in ihrem Wohnviertel auch über einen eigenen Versammlungsraum, in dem auch regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden. Erstkommunion wird dann zum Beispiel in jedem Wohnviertel öffentlich auf der Straße gefeiert.

Das Leben in den Basisgemeinden haben wir bei unseren Aufenthalten als "gelebte Solidarität" erfahren dürfen. In den ca. 40 Jahren ihres Bestehens ist unter den Familien eine Verbundenheit entstanden, die mit unserem Begriff von "Freundschaft" nur sehr unzureichend zum Ausdruck gebracht werden kann. Wobei diese gelebte Nächstenliebe auch für das Größere gilt: Aus diesen Bemühungen um Solidarität sind die meisten der Pfarrprojekte entstanden, von denen wir einige kennenlernen konnten und die wir zum Teil auch mit bescheidenen Mitteln unterstützen können.


Verweise: